Eifelsagen, Lieder und Gedichte

Peter Zirbes wurde am 10. Januar 1825 in Niederkail geboren. Er gilt als der erste Eifeldichter. Schon als Kind begleitete er seine Eltern auf ihren Verkaufsreisen durch die Eifel. Die Schule konnte er nur im Winter besuchen.
Nach der Schulzeit setzte Zirbes den fahrenden Handel seiner Eltern fort und schrieb unterwegs Verse, wofür er in seiner Umgebung Unverständnis und Spott geerntet haben soll. Trotz wirtschaftlicher Armut gelang es ihm 1852, 1865 und 1891, seine Werke zu veröffentlichen.
Peter Zirbes starb am 14. November 1901 in Niederkail.
~~~
Ungekürzter Nachdruck des 1891 vom Verfasser selbst veröffentlichtem Bandes. Paginierung ohne Konkordanz zum Erstdruck, Inhaltsverzeichnis vorne, Schriftart De Vinne Text, Satz und Zeichensetzung vereinheitlicht, um es Nutzer:innen zugänglicher zu machen.
Titelbild: Peter Zirbes, Datum unbekannt, Wikimedia, gemeinfrei.
Das Buch ist als E-Book in meinem Online Store erhältlich.
~~~
Aus dem Vorwort des Autors::
F o r t s e t z u n g.
Meine Schwester war in meinem Wohnorte an einen in ziemlich guten Verhältnissen lebenden Bauer verheiratet und hatte das Glück, zu Hause bleiben zu können. Meine Eltern aber setzten mit mir den Hausierhandel fort. Ein mir wohlwollender Beamter im Kreise St. Wendel sagte mir gelegentlich, ich möchte doch einmal den damals in Sobernheim wohnenden Herrn Superintendenten W. Örtel besuchen, welcher sich nach mir erkundigt habe und mich näher kennen zu lernen wünsche. Es war mir nicht fremd, daß dieser als Volksschriftsteller unter dem Namen W. O. von Horn längst weithin bekannt und beliebt geworden war. Wie sollte ich einem solchen Manne gegenübertreten? Vielleicht hatte auch dieser Wunsch, mich zu sehen, wie bei anderen, doch nur den Zweck, den Vorwitz zu befriedigen. Erst nach mehrmals wiederholter Ermahnung seines Freundes faßte ich mir ein Herz, ihn zu besuchen.
Der Empfang war für mich ein aufs angenehmste überraschender. Schon nach wenigen Augenblicken standen wir uns wie alte Freunde gegenüber. Einige meiner im „Meisenheimer Boten“ erschienenen Gedichte waren ihm schon bekannt; andere in der letzten Zeit verfaßte hatte ich eben in der Tasche, und teilte sie ihm auf sein Verlangen mit. Er rückte nun auf die liebevollste, uneigennützigste Weise mit dem Plane heraus, etwas für mich zu thun. Er ermutigte mich, auf der betretenen Bahn fortzufahren, und ihm eine Abschrift meiner Gedichte nebst einem Lebenslauf von mir zu überbringen. Er wolle dann eine Auswahl treffen, dieselbe auf Subskription drucken lassen; die Kosten würden durch die Vorbestellung gedeckt werden, und was übrig bleibe, sei mein. Auf meine Frage, ob wirklich die Sachen des Druckens wert seien, lachte er hell auf und sagte: „Darüber beruhigen Sie Sich. Es wird vieles gedruckt, was schlechter ist.“
[...]
~~~
Eine Liste digitalisierter Zeitzeugen, die das Werk oder den Autor Peter Zirbes erwähnen, finden Sie hier. Danke, Münchener DigitalisierungsZentrum.