2026

Eifelsagen, Lieder und Gedichte

Peter Zirbes wurde am 10. Januar 1825 in Niederkail geboren. Er gilt als der erste Eifeldichter. Schon als Kind begleitete er seine Eltern auf ihren Verkaufsreisen durch die Eifel. Die Schule konnte er nur im Winter besuchen.
Nach der Schulzeit setzte Zirbes den fahrenden Handel seiner Eltern fort und schrieb unterwegs Verse, wofür er in seiner Umgebung Unverständnis und Spott geerntet haben soll. Trotz wirtschaftlicher Armut gelang es ihm 1852, 1865 und 1891, seine Werke zu veröffentlichen.
Peter Zirbes starb am 14. November 1901 in Niederkail.

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Ungekürzter Nachdruck des 1891 vom Verfasser selbst veröffentlichtem Bandes. Paginierung ohne Konkordanz zum Erstdruck, Inhaltsverzeichnis vorne, Schriftart De Vinne Text, Satz und Zeichensetzung vereinheitlicht, um es Nutzer:innen zugänglicher zu machen.
Titelbild: Peter Zirbes, Datum unbekannt, Wikimedia, gemeinfrei.

Das Buch ist als E-Book in meinem Online Store erhältlich.

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Aus dem Vorwort des Autors::

F o r t s e t z u n g.

Meine Schwester war in meinem Wohnorte an einen in ziem­lich guten Verhältnissen lebenden Bauer verheiratet und hatte das Glück, zu Hause bleiben zu können. Meine El­tern aber setzten mit mir den Hausierhandel fort. Ein mir wohl­wollender Beamter im Kreise St. Wendel sagte mir gelegentl­ich, ich möch­te doch einmal den damals in So­bernheim woh­nenden Herrn Superintendenten W. Örtel besuchen, welcher sich nach mir er­kundigt habe und mich näher ken­nen zu ler­nen wünsche. Es war mir nicht fremd, daß dieser als Volks­schriftsteller unter dem Namen W. O. von Horn längst weit­hin be­kannt und beliebt geworden war. Wie sollte ich ei­nem solchen Manne gegenüber­treten? Vielleicht hatte auch dieser Wunsch, mich zu sehen, wie bei anderen, doch nur den Zweck, den Vor­witz zu befriedigen. Erst nach mehrmals wie­derholter Er­mahnung seines Freundes faßte ich mir ein Herz, ihn zu be­suchen.

Der Empfang war für mich ein aufs angenehmste überras­chender. Schon nach wenigen Augenblicken stan­den wir uns wie alte Freunde gegenüber. Einige meiner im „Mei­senheimer Bo­ten“ erschienenen Gedichte waren ihm schon be­kannt; an­dere in der letzten Zeit verfaßte hatte ich eben in der Tasche, und teilte sie ihm auf sein Verlan­gen mit. Er rück­te nun auf die lie­bevollste, uneigennüt­zigste Weise mit dem Plane her­aus, etwas für mich zu thun. Er ermutigte mich, auf der be­tretenen Bahn fortzu­fahren, und ihm eine Abschrift meiner Gedichte nebst ei­nem Lebenslauf von mir zu überbrin­gen. Er wolle dann eine Auswahl treffen, dieselbe auf Sub­skription drucken lassen; die Kosten würden durch die Vorbe­stellung gedeckt wer­den, und was übrig bleibe, sei mein. Auf meine Frage, ob wirklich die Sa­chen des Druckens wert seien, lachte er hell auf und sagte: „Darüber beruhigen Sie Sich. Es wird vieles gedruckt, was schlechter ist.“
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Eine Liste digitalisierter Zeitzeugen, die das Werk oder den Autor Peter Zirbes erwähnen, finden Sie hier. Danke, Münchener DigitalisierungsZentrum.